Hallo zusammen,
nette Zeitgenossen haben schon einige Male hier zusammengefasst wie z.B.
bei Lexware umsatzsteuerpflichtige Zahlungseingänge eines glücklichen
Ist-Versteuerers behandelt werden (z.B. schön ausführlich:
http://groups.google.de/groups?selm=gv#PUh9mDHA.529@star.lexware.de
).
Aber wie bucht man das von Hand, also ohne magische
Steuerbuchungen im Hintergrund?
Die Lexware-Lösung sieht folgendermassen aus:
Eine Ausgangsrechnung über 116 Euro brutto wird gebucht:
10000 Debitor 116,-
an 8405 Erlöse-Ust-später-fällig 116,-
Zahlt der Kunde, bucht man
1200 Bank 116,-
an 8400 (echtes) Erlöskonto 116,-
und
8405 Erlöse-USt-später 116,-
an 10000 Debitor 116,-
Im Hintergrund werden die Konten 1765 (USt.-nicht-fällig)
und natürlich 1775 (USt.-Verbindlichkeiten) bebucht.
Wenn ich das, was die Steuerautomatik dabei treibt, auf
dem Papier probiere, kommt etwa folgendes raus (Vorsicht,
blutiger Anfaenger):
Ausgangsrechnung:
1. 10000 EUR 116,00 an 8405 EUR 100,00
+ 1765 EUR 16,00
Zahlungseingang:
2. 1200 EUR 116,00 an 8400 EUR 100,00
+ 1775 EUR 16,00
3. 8405 EUR 100,00 an 10000 EUR 116,00
+ 1765 EUR 16,00
Buchungssatz (3.) macht also (1.) wieder
rückgängig, und der Trick mit dem Pseudo-Steuerkonto
1765 laesst erst bei Zahlungseingang eine wirkliche
Verbindlichkeit entstehen.
Korrekt auseinanderklamuesert? Ist das hinsichtlich
Bilanz / Abgrenzung richtig und vernuenftig?
Mir kommt das ganze ziemlich umstaendlich und getrickst
vor, wurde das denn in der Prä-EDV-Zeit tatsächlich so
gemacht?
tschues,
Johannes
--
Persoenliche Replies kommen, leider, ungelesen in den Shredder
« zurück zur Hauptseite...
Was macht die USt.-Automatik bei Ist-Versteuerung?
Johannes Kiehl schrieb:
> nette Zeitgenossen haben schon einige Male hier zusammengefasst wie z.B.
> bei Lexware umsatzsteuerpflichtige Zahlungseingänge eines
glücklichen
> Ist-Versteuerers behandelt werden (z.B. schön ausführlich:
> http://groups.google.de/groups?selm=gv#PUh9mDHA.529@star.lexware.de
).
[Das dort ist wirklich "schön ausführlich", etliche KB
lang]
> Aber wie bucht man das von Hand, also ohne magische
> Steuerbuchungen im Hintergrund?
[Ebenso länglicher Artikel gesnipt]
Nur mal so am Rande: Ist Euch, daß die USt möglicherweise (!) vier
Wochen (oder wegen mir auch ein Quartal, wenns zufällig so hinkommt)
länger aufm Konto bleibt, wirklich diesen Aufwand wert?!
Wieviel kostet Eure Arbeitszeit? Was könntet Ihr in der Zeit verdie-
nen, in der Ihr solche umständlichen Buchungen macht?
Daß man USt abführen muß, die man noch gar nicht gekriegt hat,
pas-
siert bei Dauerfristverlängerung nur dann, wenn der Kunde sechs Wochen
nach Rechnungsstellung immer noch nicht gezahlt hat - aber dann hat
man mit diesem Kunden vermutlich eh ganz andere Probleme als nur
die USt.
> Mir kommt das ganze ziemlich umstaendlich und getrickst vor
Eben. Sollversteuerung (und Bilanzierung) rulez! :-)
Gruß Matthias.
On Tue, 15 Feb 2005 13:53:51 +0100, Matthias Hanft
wrote:
>Nur mal so am Rande: Ist Euch, daß die USt möglicherweise (!)
vier
>Wochen (oder wegen mir auch ein Quartal, wenns zufällig so hinkommt)
>länger aufm Konto bleibt, wirklich diesen Aufwand wert?!
Welchen Aufwand?
Lexware wollte nur einmal wissen, ob Soll oder Ist, alles andere läuft
doch dann in dem Fall automatisch.
Lutz
--
Temperatur und mehr mit dem PC messen - auch im Netzwerk: http://www.messpc.de
jetzt neu: Ethernetbox für direkten Anschluss der Sensoren im Netzwerk
Test im IT-Administrator: http://www.messpc.de/MessPC-Testbericht-ITA.pdf
http://www.netzwerkseite.de - die Seite rund um
EDV-Netzwerke
Lutz Schulze schrieb:
> Welchen Aufwand?
> Lexware wollte nur einmal wissen, ob Soll oder Ist, alles andere
läuft
> doch dann in dem Fall automatisch.
Anscheinend ja nicht - bei Kundenzahlung müssen wohl zwei Buchungen
gemacht werden (die wohl auch keine OPOS-Bezahlung sind, so daß Debi-
torenkonto, Rechnungsnummer etc. jedesmal neu eingegeben werden müssen).
Ausschnitt ausm O-Post:
> Zahlt der Kunde, bucht man
>
> 1200 Bank 116,-
> an 8400 (echtes) Erlöskonto 116,-
> und
> 8405 Erlöse-USt-später 116,-
> an 10000 Debitor 116,-
"bucht man" hatte ich so interpretiert, daß das Wesen vorm
Bildschirm
so bucht :-) (und nicht etwa Lexware im Hintergrund).
"Normal" wäre ja wohl einfach "10000 an 1200", wobei
man den OPOS in
den gängigen Fibu-Softwaren i.d.R. einfach aus den vorhandenen aus-
wählt und dann z.B. auch Betrag und Belegnummer gleich automatisch
übernommen wird. Sieht hier irgendwie nicht so aus :-)
Gruß Matthias.
On Tue, 15 Feb 2005 14:26:33 +0100, Matthias Hanft wrote:
> > ... alles andere läuft doch dann automatisch ...
>
> Anscheinend ja nicht - bei Kundenzahlung müssen wohl zwei
> Buchungen gemacht werden (die wohl auch keine OPOS-Bezahlung
> sind, so daß Debitorenkonto, Rechnungsnummer etc. jedesmal neu
> eingegeben werden müssen).
Die Frage ging an euch .-) Lexware war fuer mich nur der
Aufhaenger fuer ein prinzipielles Problem: Kann man die
zeitliche Verzoegerung -- zwischen Ausgangsrechnung und
Steuerschuld -- buchhalterisch direkter ausdruecken, oder
geht es nur mit einer Hilfskonstruktion wie im O-Posting?
Wie un- oder komfortabel das bei Lexware geloest ist, war mir
weiter nicht wichtig (hab hier kein Produkt von denen).
tschues,
Johannes
"Ist sucks", kann schon sein, dass Matthias Recht hat...)
On Tue, 15 Feb 2005 14:26:33 +0100, Matthias Hanft
wrote:
>"bucht man" hatte ich so interpretiert, daß das Wesen vorm
Bildschirm
>so bucht :-) (und nicht etwa Lexware im Hintergrund).
Das war dann missverständlich. Die Software macht daraus dann zwei
Buchungen.
>
>"Normal" wäre ja wohl einfach "10000 an 1200",
wobei man den OPOS in
>den gängigen Fibu-Softwaren i.d.R. einfach aus den vorhandenen aus-
>wählt und dann z.B. auch Betrag und Belegnummer gleich automatisch
>übernommen wird. Sieht hier irgendwie nicht so aus :-)
Doch, funktioniert so. Wenn man sich den offenen Posten aus den
Debitoren herauspickt und gegen 1200 bucht, werden daraus zwei
Buchungen, sofern Mwst. enthalten ist.
Lutz
--
Temperatur und mehr mit dem PC messen - auch im Netzwerk: http://www.messpc.de
jetzt neu: Ethernetbox für direkten Anschluss der Sensoren im Netzwerk
Test im IT-Administrator: http://www.messpc.de/MessPC-Testbericht-ITA.pdf
http://www.netzwerkseite.de - die Seite rund um
EDV-Netzwerke
Lutz Schulze schrieb:
>
> Welchen Aufwand?
> Lexware wollte nur einmal wissen, ob Soll oder Ist, alles andere
> läuft doch dann in dem Fall automatisch.
>
Hallo Lutz,
etwas OT :-)
wobei ich noch nie verstanden habe, weshalb es ausgerechnet
für die Steuerberater eine Sonderregelgung gibt, wonach diese
auch bei größeren Umsätzen die Istversteuerung anwenden
dürfen.
--
Mfg Karl Jenz
http://www.karl-jenz.privat.t-online.de
Johannes Kiehl schrieb:
> Die Frage ging an euch .-) Lexware war fuer mich nur der
> Aufhaenger fuer ein prinzipielles Problem: Kann man die
> zeitliche Verzoegerung -- zwischen Ausgangsrechnung und
> Steuerschuld -- buchhalterisch direkter ausdruecken, oder
> geht es nur mit einer Hilfskonstruktion wie im O-Posting?
Naja, bei "richtiger" (=teure, eierlegende Wollmilchsau-)
Fibu-Software geht das im Prinzip so, daß man einmal bei den
globalen Mandanteneinstellungen Soll- oder Istversteuerung
auswählt. Wenn dann ein OPOS eingebucht wird (10000 an 8400),
landet die USt durch die "Istversteuerungseinstellung" dadurch
automatisch nicht auf 1775, sondern auf 1765. Bei der Bezahlung
weiß die Software noch, zu welchem OPOS das gehört und bucht
dann einfach die zugehörige USt von 1765 auf 1775 um. Natür-
lich muß das dann auch die USt-Verprobung abkönnen...
Ein zusätzliches Erlöskonto (wie in dem Beispiel 8405) braucht
man dazu jedenfalls nicht.
Gruß Matthias.