Hallo Experten,
unsere Partneragentur in Indonesien hat für eine Reisemesse in
Deutschland 2000 Udengs (Balinesische Kopfbedeckungen) und 1730 CD-Roms
mit Hotelbildern per Post nach Deutschland geschickt. Jetzt, ca. 1 Monat
später, flattert eine EU-Zollrechnung ins Haus: 508,99 EUR
Einfuhrumsatzsteuer 467,65; Zoll: 29,80; Rest Gebühren. Gesamtwert der
Werbegeschenke ca. 3000EUR)
Ist das normal, dass Dinge ohne jeden Verkaufswert und Werbegeschenke so
horrend versteuert werden? Warum? Was kann man (dagegen) machen?
Vielen Dank und Gruss,
Olly
« zurück zur Hauptseite...
ZOLL: Einfuhrsteuern für Werbegeschenke?
On Tue, 29 Nov 2005 18:12:07 +0100, "Oliver C. Thornton"
wrote:
>unsere Partneragentur in Indonesien hat für eine Reisemesse in
>Deutschland 2000 Udengs (Balinesische Kopfbedeckungen) und 1730 CD-Roms
>mit Hotelbildern per Post nach Deutschland geschickt. Jetzt, ca. 1 Monat
>später, flattert eine EU-Zollrechnung ins Haus: 508,99 EUR
>Einfuhrumsatzsteuer 467,65;
Das bedeutet einen Wert von 2922,81 Euro netto
(Brutto 3390,46 Euro)
Wenn du den Udeng mit ca. 70 Cent und eine CD mit ca. 20 Cent
rechnest....
> Zoll: 29,80; Rest Gebühren. Gesamtwert der
>Werbegeschenke ca. 3000EUR)
Jepp...
>Ist das normal, dass Dinge ohne jeden Verkaufswert und Werbegeschenke so
>horrend versteuert werden?
Das ist die normale Mehrwertsteuer als Einfuhrumsatzsteuer. Also
stinknormale 16%. Da ist wirklich nichts horrend.
>Warum? Was kann man (dagegen) machen?
Gar nicht. Ich finds sehr, sehr billig. Ich verstehe wirklich nicht,
wo du da irgendein Problem sehen willst. Noch billigere Werbegeschenke
gipps doch gar nicht, die auch noch soviel hermachen... :-)
Martin
Di dalam de.soc.recht.steuern+buchfuehrung Martin Hentrich menulis
sebagai berikut:
Hi Martin,
> Das ist die normale Mehrwertsteuer als Einfuhrumsatzsteuer. Also
> stinknormale 16%. Da ist wirklich nichts horrend.
Ich würds ja verstehen wenn das Zeug zum Verkauf bestimmt wäre, dann
hätte ich da kein Problem mit, auch nicht wenn es bestellte Ware eines
Privatkäufers etc. wär. Aber das sind im Prinzip völlig wertlose
Sachen
die unverkäuflich sind und mit denen man ansich nix anfangen kann, das
noch mit 16% zu versteuern finde ich ziemlich albern und unangemessen.
Was hätte man denn an Steuern zahlen müssen wenn der Kram zum Verkauf
bestimmt gewesen wäre? Ich hab ne Woche Papierkrieg mit Köln gehabt
um
denen zu verklickern, dass es nur Giveaways sind, wofür sie bestimmt
sind (welche Messe), das ich das nicht mehr als 3x im Jahr mache etc.
Und das wo der Kram nichtmal für mich war.
Wie kann man das in Zukunft umgehen? Einfach auf den europäischen Markt
verzichten? Umgekehrt nach Asien ist mir das noch nie passiert, wenn
offensichtlich ist, dass es sich um Giveaways handelt die keinen
Handelswert darstellen interessiert sich da keiner für.
Naja, Deutschland/Europa, ich weiss schon was ich davon halte.
Danke und Gruss,
Olly (In Zukunft noch nachdrücklicher jedem Ausser-EU-Menschen von
jedwelchen Investitionen (und wenns nur doofe Giveaways sind) in EU-
Bereiche abratend)
On Tue, 29 Nov 2005 22:23:49 +0100, "Oliver C. Thornton"
wrote:
>Ich würds ja verstehen wenn das Zeug zum Verkauf bestimmt wäre,
dann
>hätte ich da kein Problem mit, auch nicht wenn es bestellte Ware eines
>Privatkäufers etc. wär. ...
Jaja, dann wärs Vorsteuer und die ginge dir am Axxxx worbei...
Von wegen verstehn... ;-)
>...Aber das sind im Prinzip völlig wertlose Sachen
>die unverkäuflich sind und mit denen man ansich nix anfangen kann,...
Warum läßt du dir etwas liefern, das keinerlei Wert hat und mit dem
sich nichts anfangen läßt?
>... das
>noch mit 16% zu versteuern finde ich ziemlich albern und unangemessen.
Die 16% beziehen sich auf einen albern kleinen Wert.
Sorry, aber du benimmst dich unangemessen. Seit wann kommt es bei der
Umsatzsteuer drauf an, ob der Käufer mit der Ware etwas anfangen kann
oder nicht? Oder was der Käufer (du als Importeur) mit der Ware zu tun
gedenkt oder nicht?
In deinem Fall bist du derjenige, der sehrwohl etwas damit anfangen
kann...
Martin
Hallo Oliver,
Oliver C. Thornton schrieb:
> Hallo Experten,
>
>
> unsere Partneragentur in Indonesien hat für eine Reisemesse in
> Deutschland 2000 Udengs (Balinesische Kopfbedeckungen) und 1730 CD-Roms
> mit Hotelbildern per Post nach Deutschland geschickt. Jetzt, ca. 1 Monat
> später, flattert eine EU-Zollrechnung ins Haus: 508,99 EUR
> Einfuhrumsatzsteuer 467,65; Zoll: 29,80; Rest Gebühren. Gesamtwert
der
> Werbegeschenke ca. 3000EUR)
>
> Ist das normal, dass Dinge ohne jeden Verkaufswert und Werbegeschenke so
> horrend versteuert werden? Warum? Was kann man (dagegen) machen?
Lies Dir mal
http://zoll.de/b0
zoll und steuern/a0 zoelle/d2 zollwert/a0 methoden zollwertermittlung/a0
transaktionswert/b0 gez oder zu zahl/index.html
durch. Wenn Du darin irgendeinen Grund findest, warum der Zoll glaubt, hier
einen anderen Wert zugrundelegen zu müssen, als den, den Du mit Deinem
Lieferanten vereinbart hast, dann könnte das passen. Ansonsten
müßte der
Zoll Dir schon mal sagen, warum er von einem Wert > 0 ausgeht.
@Martin: im Moment hat man bei Dir den Eindruck, daß Du auf jeden
einschlägst, der nicht widerspruchslos zahlt, was irgendeine Behörde
für
richtig hält.
Gruß Martin
--
Bitte nicht an der E-Mail-Adresse fummeln, die paßt so.
Hi anderer Martin, :)
> Lies Dir mal
> http://zoll.de/b0 zoll und steuern/a0 zoelle/d2 zollwert/a0
methoden zollwertermittlung/a0 transaktionswert/b0 gez oder zu zahl/index.html
> durch. Wenn Du darin irgendeinen Grund findest, warum der Zoll glaubt,
> hier
> einen anderen Wert zugrundelegen zu müssen, als den, den Du mit
Deinem
> Lieferanten vereinbart hast, dann könnte das passen. Ansonsten
müßte der
> Zoll Dir schon mal sagen, warum er von einem Wert > 0 ausgeht.
Naja, der Haken ist: Ich hab nix vereinbart und nix gekauft. Die haben
sich das im Prinzip selber per Post geschickt weils fürs Fluggepäck
zu
viel war (108kg, 7 Pakete) und ich in der Nähe der Messe wohne.
Die Agentur hat das in Indonesien anfertigen lassen und gekauft, was
sie dafür bezahlt haben steht auf dem Lieferschein.
Ich hab damit nix zu tun, ausser, dass ich das Paket angenommen hab
und ihnen, als sie dann in Deutschland angekommen waren, den Kram ins
Hotel gebracht hab von wo aus sie das auf der Messe verteilt haben
(an der ich nicht teilgenommen habe).
> @Martin: im Moment hat man bei Dir den Eindruck, daß Du auf jeden
> einschlägst, der nicht widerspruchslos zahlt, was irgendeine
Behörde für
> richtig hält.
Ich würde das ja einsehen wenn ich den Kram in Indonesien gekauft
hätte
und ihn mir nach Deutschland zu meinem Gebrauch liefern lassen würde.
Aber wenn die Indonesier sich selber was schicken was offensichtlichen
keinen Verkaufswert hat (als "Gift" wars auch deklariert)?
Wozu hab ich dann ne Woche Faxkrieg mit dem Zoll in Köln gehabt wo die
exakt wissen wollten für welche Messe das ist (Ich musste mehrere
Bestätigungen vom Veranstalter und Organisator faxen), ob ich
regelmässig (mehr als 3x) so Kram importiere, wofür der gedacht ist
etc.? Ich hab schon Panik gehabt, dass die ohne ihre Giveaways auf der
Messe stehen müssen...
Ich müsste mir ja keinen Kopf machen weil die das ohnehin zahlen
müssen, aber 500 EUR unerwartet extra sind 10 Monatsgehälter,
sprich ein Fahrer ohne Job und eine Familie ohne Verdiener mehr...
Liebe Grüsse,
Olly
Di dalam de.soc.recht.steuern+buchfuehrung Martin Hentrich menulis
sebagai berikut:
Hi Martin,
> Warum läßt du dir etwas liefern, das keinerlei Wert hat und mit
dem
> sich nichts anfangen läßt?
Weil ich in der Nähe der Messe wohne auf die die Indonesier wollten und
weil Hotels in DE keine Pakete annehmen wenn der Empfänger noch nicht im
Hotel ist.
> Die 16% beziehen sich auf einen albern kleinen Wert.
Auf einen realistischen Wert. Ein Stück Stoff muss nicht so teuer wie
in DE sein, sondern kann auch 42ct kosten (umgerechnet).
Gleiches gilt für CD-ROMs. Da sind ja weder Software noch Spielfilme
drauf sondern nur Hotelbilder und "fakt sheets".
> Sorry, aber du benimmst dich unangemessen. Seit wann kommt es bei der
> Umsatzsteuer drauf an, ob der Käufer mit der Ware etwas anfangen kann
> oder nicht? Oder was der Käufer (du als Importeur) mit der Ware zu
> tun gedenkt oder nicht?
Ich hab das Zeug nicht importiert, die haben sich das selber zum
verteilen auf der Messe geschickt. Ich habs nur der Einfachheit halber
angenommen.
> In deinem Fall bist du derjenige, der sehrwohl etwas damit anfangen
> kann...
Nö, ich kann garnix damit anfangen. Es hat nur meine Garage blockiert
bis die Indonesier in DE ankamen und ich es ihnen wieder ins Hotel
gebracht hab.
Lg,
Olly
Hallo Oliver,
sunda-islands.com (Oliver C. Thornton) schrieb:
> Naja, der Haken ist: Ich hab nix vereinbart und nix gekauft. Die haben
> sich das im Prinzip selber per Post geschickt weils fürs
Fluggepäck zu
> viel war (108kg, 7 Pakete) und ich in der Nähe der Messe wohne.
Dann steht die Erklärung aber genau in dem von mir angegebenen Link: wenn
Einführer und Verkäufer verbunden sind, kann der Wert der Ware vom
Zoll
anders als nach dem behaupteten Vertrag festgesetzt werden.
> Die Agentur hat das in Indonesien anfertigen lassen und gekauft, was
> sie dafür bezahlt haben steht auf dem Lieferschein.
> Ich hab damit nix zu tun, ausser, dass ich das Paket angenommen hab
> und ihnen, als sie dann in Deutschland angekommen waren, den Kram ins
> Hotel gebracht hab von wo aus sie das auf der Messe verteilt haben
> (an der ich nicht teilgenommen habe).
Das heißt, Du bist nicht der Einführer, sondern nur Empfänger?
Oder
Vertreter?
>> @Martin: im Moment hat man bei Dir den Eindruck, daß Du auf
jeden
>> einschlägst, der nicht widerspruchslos zahlt, was irgendeine
Behörde für
>> richtig hält.
>
> Ich würde das ja einsehen wenn ich den Kram in Indonesien gekauft
hätte
> und ihn mir nach Deutschland zu meinem Gebrauch liefern lassen würde.
Wenn die das wirklich Dir zu Deiner Verfügung kostenlos geschickt
hätten, dann hättest Du (mMn, IBKZöllner) auch keine EUSt zahlen
müssen,
weil dann der Wert der Ware nach dem tatsächlich durchgeführten
Vertrag
hätte ermittelt werden müssen.
> Aber wenn die Indonesier sich selber was schicken was offensichtlichen
> keinen Verkaufswert hat (als "Gift" wars auch deklariert)?
Das eben halte ich für Unsinn. Die Ware hat selbstverständlich einen
Wert.
Immer. Und da der Einführer wohl auch der ist, der sie in Indonesien
gekauft hat (oder meinst Du, jemand preßt für lau CDs), muß
eben der Wert
zugrundegelegt werden. Wenn die den nicht angeben, ermittelt der Zoll eben
nach eigenen Methoden.
> Wozu hab ich dann ne Woche Faxkrieg mit dem Zoll in Köln gehabt wo
die
> exakt wissen wollten für welche Messe das ist (Ich musste mehrere
> Bestätigungen vom Veranstalter und Organisator faxen), ob ich
> regelmässig (mehr als 3x) so Kram importiere, wofür der gedacht
ist
> etc.? Ich hab schon Panik gehabt, dass die ohne ihre Giveaways auf der
> Messe stehen müssen...
Da kann man dann aber nicht sagen, daß der Zoll seine Hausaufgaben nicht
gemacht hat.
> Ich müsste mir ja keinen Kopf machen weil die das ohnehin zahlen
> müssen, aber 500 EUR unerwartet extra sind 10 Monatsgehälter,
> sprich ein Fahrer ohne Job und eine Familie ohne Verdiener mehr...
Wenn die Ware das wirklich nicht wert ist, wenn die also in Indonesien
weniger dafür berappt haben und der Versand billiger war, als der Zoll
angenommen hat, müssen die das eben nachweisen. Dann wird auch EUSt und
falls nach dem Wert berechnet der Zoll niedriger. Aber ganz ohne gehts
nicht.
Gruß Martin
--
Bitte nicht an der E-Mail-Adresse fummeln, die paßt so.